Working on the internals of a pinball machine with a multimeter

Der Flipper von innen: alle wichtigen Bauteile erklärt

Von vorn, durch die Scheibe, wirkt ein Flipper einfach. Darunter steckt jedoch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Mechanik, Elektrik und Elektronik. Zu wissen, was jedes Bauteil tut, ist der erste Schritt zu besserem Spiel – und zur Fehlersuche, wenn etwas nicht mehr funktioniert. Hier ist ein Rundgang in verständlicher Sprache durch die wichtigsten Teile jedes Flippers.

1. Das Spielfeld

Das Spielfeld ist die Hauptfläche, über die der Ball läuft. Es ist etwa 6 bis 7 Grad geneigt, damit der Ball von selbst zu den Flipperfingern zurückrollt. Neben dem Artwork trägt das Spielfeld alles, womit der Ball in Berührung kommt: Bumper, Targets, Rampen, Lanes und versteckte Schüsse. Bei Solid-State-Geräten aus den 1970ern und 80ern ist alles auf dem Spielfeld zurück zu den Platinen in der Backbox verdrahtet – deshalb kann ein einziger Platinenfehler große Teile des Spielfelds lahmlegen.

2. Bumper

Bumper sind die runden (manchmal dreieckigen) Elemente, die den Ball bei Berührung wegstoßen und so Tempo und Unberechenbarkeit ins Spiel bringen. Passive Bumper sind schlichte Gummiposts, die den Ball nur ablenken. Aktive Pop-Bumper schleudern ihn mit einer Spule kraftvoll weg; sie sind meist beleuchtet und mit einem Sound gekoppelt. Wird ein Pop-Bumper schwach oder tot, liegt es häufig an der Spule, ihrer Diode oder dem Treibertransistor dahinter – genau die Bauteilkette, die Sie an den meisten Spielfeldmechaniken durchmessen.

3. Flipperfinger

Die Flipperfinger sind die vom Spieler gesteuerten Schläger am unteren Ende des Spielfelds, ausgelöst über die Tasten an den Gehäuseseiten. Sie halten den Ball am Leben und erlauben gezielte Schüsse. Wie kräftig sie zuschlagen, hängt an gesunden Flipperspulen, sauberen Kontaktsätzen in den Tasten und stabiler Spannung aus dem Netzteil – schwache Flipperfinger gehören zu den häufigsten Klagen bei älteren Geräten.

4. Das Display

Das Display in der Backbox zeigt Punktestand und Spielinformationen wie verbleibende Bälle und aktuelle Ziele. Die Technik entwickelte sich von einfachen mechanischen Zählwerken über Gasplasma- und Dot-Matrix-Displays (DMD) bis zu den LCD-Schirmen moderner Geräte. Bei klassischen Solid-State-Flippern steuert die CPU-/MPU-Platine das Display an – ein leeres oder wirres Display ist deshalb oft eher ein Platinen- oder Spannungsproblem als ein Defekt des Displays selbst.

5. Der Plunger (Ballabschuss)

Der Plunger ist der federbelastete Abschuss, der den Ball zu Beginn eines Balls und nach jedem Verlust ins Spiel bringt. Bei vielen Geräten lässt sich die Abschusskraft dosieren, was Skill Shots ermöglicht. Manche späteren Modelle ersetzen den manuellen Plunger durch eine Abschussspule, die per Taste ausgelöst wird.

6. Rampen und Lanes

Rampen und Lanes führen den Ball auf festen Bahnen über das Spielfeld. Sie erschließen Bereiche, die sonst schwer zu treffen wären, und lösen häufig besondere Modi aus oder stapeln Bonuspunkte.

7. Targets und Schalter

Targets – feststehende Targets oder Drop-Targets – wollen getroffen werden, um Punkte zu bringen oder Ereignisse auszulösen. Schalter sind Sensoren, die über das ganze Spielfeld verteilt sind und den vorbeirollenden Ball erkennen, damit die CPU weiß, was passiert. Schon ein einziger klemmender oder verschmutzter Schalter kann die Spiellogik durcheinanderbringen – Schalter gehören deshalb zum Ersten, was man bei der Fehlersuche prüft.

8. Multiball und Kicker

Multiball-Features geben mehrere Bälle gleichzeitig frei und vervielfachen damit Chaos wie Punktechancen. Kicker (auch Ejektoren oder Kickout-Löcher genannt) schießen den Ball mit einer Spule plötzlich und mit Tempo zurück ins Spiel – noch eine Portion Unberechenbarkeit.

Wie alles zusammenspielt

Jedes dieser Teile trägt dazu bei, was das Flippern ausmacht: Erst das Zusammenspiel von Mechanik und Elektronik macht jeden Ball einzigartig. Genau deshalb wird auch die Reparatur logisch, sobald man den Aufbau verstanden hat – eine tote Mechanik lässt sich fast immer über einen Schalter, eine Spule, eine Diode und einen Treibertransistor auf einer Platine in der Backbox zurückverfolgen.

Wenn Sie tiefer in das Spiel selbst einsteigen möchten, lesen Sie unseren Rundgang dazu, wie ein Flipper Ball für Ball funktioniert. Und wenn ein Gerät gar nicht mehr hochfährt oder ein Teil des Spielfelds dunkel bleibt, führt Sie unsere Diagnose, wenn der Flipper nicht mehr angeht, Schritt für Schritt hindurch.

Die meisten der oben genannten Fehler führen zurück zu den Platinen in der Backbox. Bei klassischen Geräten von Gottlieb, Bally und Williams kann eine moderne Plug-and-play-Ersatz-CPU-Platine einen müden Flipper wieder zum Leben erwecken – ohne Originalbatterie und damit ohne die Korrosion, die so viele Originalplatinen am Ende umbringt.

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