Flipperspule (Solenoid) mit dem Multimeter testen – so geht's richtig
SICHERHEIT ZUERST: Eine Spule immer nur prüfen, wenn das Gerät AUSGESCHALTET und der Netzstecker gezogen ist. Unter Spannung gemessen liefert eine Spule falsche Werte – und Sie setzen sich unnötig einer Netzspannung aus.
Eine schwache, tote oder brummende Spule (Solenoid) gehört zu den häufigsten Fehlern an klassischen Solid-State-Flippern. Die gute Nachricht: Eine Spule lässt sich mit einem günstigen Multimeter problemlos prüfen. Hier steht, wie man dabei sauber vorgeht – und woran man erkennt, ob die Spule selbst, ihre Diode oder der Treibertransistor das eigentliche Problem ist.
Den Spulenwiderstand messen
- Stellen Sie das Multimeter auf den kleinsten Widerstandsbereich (Ohm).
- Setzen Sie die rote und die schwarze Prüfspitze auf die beiden Anschlussfahnen der Spule. Eine gesunde Spule zeigt in der Regel ein paar Ohm oder mehr. Die genauen Werte hängen vom Spulentyp ab – Flipper-, Pop-Bumper-, Kicker- und Knocker-Spulen unterscheiden sich alle –, deshalb ist der Vergleich mit einer bekannt guten Spule derselben Teilenummer oder mit dem Wert aus dem Handbuch Ihres Geräts am aussagekräftigsten. Ein Wert nahe null Ohm deutet auf einen Kurzschluss in der Spule hin, ein Wert von unendlich (offener Stromkreis) auf eine unterbrochene Wicklung.
- Ist der Widerstand verdächtig niedrig, klemmen Sie die Masseleitung von der Spule ab und messen erneut. Bleibt der Wert niedrig, ist die Spule (oder ihre Diode) defekt. Liegt der Widerstand jetzt im normalen Bereich, ist die Spule in Ordnung – dann hat höchstwahrscheinlich der Treibertransistor auf der Platine einen Kurzschluss und muss getauscht werden.
- Auch die 1N4004-Diode an der Spule kann durchlegieren und den Messwert nach unten ziehen. Löten Sie ein Bein der Diode von der Spule ab (oder trennen Sie es), und messen Sie die Spule allein, um die Diode aus- oder einzuschließen.
- Finden Sie tatsächlich eine kurzgeschlossene Spule, nehmen Sie das als Warnung für den Rest der Schaltung. Eine Spule mit Kurzschluss reißt sehr häufig den Treibertransistor auf der Treiberplatine mit ins Verderben (oder den Transistor unter dem Spielfeld, je nach Gerät). Rechnen Sie in dem Fall damit, nicht nur Spule und Diode zu erneuern, sondern auch das Silizium in ihrer Ansteuerung.
Wie der Spulenkreis funktioniert
Eine Flipperspule wird von einem Treibertransistor gegen Masse geschaltet. Sobald die CPU dem Treiber den Befehl zum Auslösen gibt, zieht der Transistor die Masseseite der Spule auf Low, und die Spule zieht an. Die Diode parallel zur Spule schützt diesen Transistor vor der Spannungsspitze, die beim Abschalten entsteht. Genau deshalb gehen diese drei Bauteile – Spule, Diode und Treibertransistor – so oft gemeinsam kaputt, und genau deshalb prüft man sie auch als Gruppe.


Wenn die Treiberplatine das eigentliche Problem ist
Wenn Sie immer wieder durchgebrannte Treibertransistoren finden – oder gleich mehrere Spulen auf einmal spinnen –, liegt der Fehler auf der Treiberplatine und nicht bei den Spulen. Bei klassischen Gottlieb System 80/80A/80B und Williams System 3-7 kann die Jagd auf einzelne defekte Transistoren auf einer korrodierten, 40 Jahre alten Platine zur Endlosschleife werden. Genau hier ergibt eine moderne All-in-one-Ersatzplatine Sinn: Sie ersetzt MPU und Treiberstufe durch frische, zuverlässige Elektronik, braucht keine Originalbatterie mehr (also kein Auslaufen und keine Korrosion in Zukunft) und ihre Schaltpläne sind online verfügbar, was spätere Reparaturen erleichtert.
Ersatzplatinen nach System finden Sie in unseren Kollektionen Gottlieb System 80 und Williams. Passend dazu: unser Beitrag zur Diagnose, wenn der Flipper nicht mehr angeht.